
Hier findest du häufig gestellte Fragen rund um den Tierschutz in Südtirol – von Anlaufstellen und der Meldung von Missständen über Pflegestellen und Adoptionen bis hin zur Verantwortung, die Tierhalter:innen im Alltag tragen.
Zum Anhören gibt es die Themen auch in der ersten Folge unseres Podcasts „Fauna Talks“.
Solltest du weitere Fragen haben, kannst du dich natürlich jederzeit bei uns melden!
In Südtirol gibt es mehrere unabhängige Tierschutzvereine. Außerdem gibt es offizielle Anlaufstellen zum Melden von Missständen (s. Frage "Welche sind die Anlaufstellen").
Gemeinsame Aufgabe des Tierschutzes ist es, das Wohl der Tiere zu gewährleisten, u. a. durch:
Tierschutzvereine:
Reptilien & Exoten:
Raub- & Greifvögel:
Tauben:
Öffentliche Anlaufstellen:
Drei wichtige Verhaltensregeln:
Wer ein verletztes, ausgesetztes oder krankes Tier sichtet, welches sich womöglich in einer Gefahrensituation befindet (am Straßenrand, in einem Fluss, usw.) sollte es möglichst sicherstellen, d.h.:
Wenn du das Tier nicht sichern kannst oder die Situation kompliziert oder überfordernd für dich ist, wende dich:
ACHTUNG: Vom Nest gefallene Jungvögel oder Küken sollten NICHT von der Fundstelle entfernt werden und keinesfalls berührt werden – das kann für sie tödlich enden. Falls du einen Jungvogel findest, kontaktiere umgehend einen Tierschutzverein, eine:n Tierärzt:in oder eine der anderen Anlaufstellen und informiere dich, bevor du handelst.
Sollten die Jungvögel keine offensichtlichen Verletzungen haben, sich aber an einer gefährlichen Stelle befinden (auf der Straße, auf dem Radweg, usw.), versuche, sie an eine andere Stelle nahe des Nests zu locken, wo sie geschützt sind (z.B. vom Gehweg auf die Wiese daneben) – dabei aber niemals berühren.
Missstände kommen leider immer wieder vor, sowohl in Privathaushalten als auch in Betrieben oder an anderer Stelle. Leider gibt es in Südtirol keine zentrale Anlaufstelle oder eine Tierschutzpolizei, die Tiere beschlagnahmen kann.
Wenn du Missstände beobachtest, dokumentiere sie mit Fotos und Videos und notiere dir wichtige Ereignisse/Geschehnisse sowie die Adresse und, falls möglich, auch den Namen der Person/des Betriebs.
Melde den Missstand sowohl bei einem Tierschutzverein als auch beim zuständigen Amtstierarzt, entweder telefonisch oder per E-Mail, damit diese:r die Haltung sowie den Zustand des Tieres prüfen kann.
Du kannst auch versuchen, mit der/dem Tierhalter:in ein Gespräch zu suchen und Hilfe anzubieten. Nicht jede:r Tierhalter:in handelt aus Boshaftigkeit, manche sind auch überfordert oder ihre Lebenssituation hat sich drastisch verändert und sie wissen nicht mehr weiter. Sollte der/die Tierhalter:in nicht zugänglich sein, wende dich an einen Tierschutzverein.
Wenn sich ein Tier in einer akuten Notsituation befindet oder offensichtlich leidet und dringende Hilfe benötigt, kontaktiere jede:n, der/die helfen kann, auch die Landesnotrufzentrale unter der Nummer 112. Bis jemand vor Ort eintrifft, versuche, dem Tier zu helfen (Wasser und Futter bereitstellen, Schatten spenden, etc.).
Oberstes Ziel ist es immer, dem Tier zu helfen und es, wenn nötig, in eine artgerechte Haltung zu überführen. Wichtig ist dabei zu wissen, dass ein solches Tier auch gesetzlich beschlagnahmt und in ein Tierheim (in Südtirol meist das Tierheim Sill bei Bozen) gebracht werden kann. Meldungen sollten also nur dann erfolgen, wenn tatsächlich Missstände vorliegen und das Tier offensichtlich leidet.
Zwischenmenschliche Unstimmigkeiten dürfen in solchen Fällen keinen Einfluss darauf haben und die Tiere dürfen nicht dafür instrumentalisiert werden. Falschmeldungen oder unwahre Aussagen gegenüber einer anderen Person können im schlimmsten Fall dazu führen, dass ein Tier aus einem liebevollen Zuhause gerissen wird und sein restliches Dasein in einem Tierheim verbringen muss, nur weil wir Menschen nicht miteinander klarkommen.
Im Allgemeinen kann sich jede:r als Pflegestelle zur Verfügung stellen, der dieser Aufgabe nachkommen möchte und kann.
Am häufigsten brauchen viele Tierschutzvereine in Südtirol Hilfe bei der Pflege von Katzen und Hunden, aber auch Hasen, Kaninchen, Kleintiere sowie Pferde, Ziegen, Kühe, Schafe und noch mehr brauchen immer wieder unsere Hilfe.
Unsere Pflegestellen erhalten alles Nötige vom Verein sowie von verschiedenen Partnervereinen und Spender:innen zur Verfügung gestellt: Bettchen, Käfige, Transportkisten, Futter, Spielsachen, usw. Es kommen auf dich also keine zusätzlichen Kosten zu. Auch menschliche und fachliche Unterstützung gibt es bei uns, schließlich war es für uns alle auch einmal das erste Mal. ;-)
Genaueres klären wir immer individuell und je nach Verfügbarkeit der Interessenten. Denn, nur weil man Pflegestelle ist, ist der eigene Alltag nicht immer derselbe. Zudem gibt es auch Pflegetiere, die besondere Kenntnisse oder einfach Erfahrung verlangen, und denen man nur mit der richtigen professionellen Begleitung gerecht wird.
Wenn du eine Pflegestelle werden möchtest, stell dir selbst folgende drei Fragen:
Wenn du alle drei Fragen mit "Ja" beantworten kannst, wenn auch nur für einen begrenzten Zeitraum (z. B. nur über die Sommermonate oder weil du gerade arbeitssuchend bist), dann melde dich! Auch Personen ohne bisherige Erfahrung in der Pflege von Tieren begleiten wir gerne.
In Südtirol streifen leider nach wie vor unzählige verwilderte Hauskatzen oder auch Freigänger-Katzen unkastriert durch ihre Reviere und vermehren sich zum Teil exponentiell.
Bei unkastrierten Katern gibt es immer wieder Revierkämpfe, die teils in verheerenden Verletzungen gipfeln und auch Infektionen und Todesfälle zur Folge haben.
Jedes Jahr, von Frühling bis Herbst, gibt es unzählige ungewollte Katzenbabys, die verhungern, ausgesetzt, oder vernachlässigt werden, genauso wie ihre Muttertiere.
In einigen Kolonien kommt aufgrund des nahen Verwandtschaftsgrads der Tiere auch Inzucht vor, was verschiedenste Krankheitsbilder hervorbringt und weiter fördert oder die betroffenen Tiere an deren Folgen qualvoll verenden.
Auch das "Entsorgen" oder "Verschwinden-Lassen" von ungewollten (meist älteren) Katzen sowie Katzenbabys (und leider auch anderer Tiere) ist trotz hoher gesetzlicher Strafen nach wie vor Praxis und Alltag in vielen Gegenden Südtirols. Es fehlt schlichtweg vielfach an Kapazitäten zur Kontrolle und Durchsetzung der geltenden Gesetze. Dabei werden die Katzen und Kätzchen teils qualvoll getötet, z. B. durch Ertränken, Schläge auf den Kopf, das Erschlagen von Jungtieren gegen Wand oder Boden, bewusstes Überfahren oder auch Schüsse mit Waffen oder durch stumpfe Gewalteinwirkung mit verschiedenen Gegenständen. Manche Kätzchen werden auch bei offensichtlich erkennbarer Krankheit sich selbst überlassen und verhungern oder verdursten, werden aus fahrenden Autos in den sicheren Tod geworfen oder schlichtweg irgendwo ausgesetzt, in einem verschlossenen Karton oder in öffentlichen Mülleimern, ohne Chance auf ein Überleben.
Um all dem Elend, das damit verbunden ist, langfristig ein Ende zu setzen, sind Kastration und Sterilisation der einzige und sinnvollste Weg. Egal ob männlich oder weiblich, jung oder alt, Freigänger, Wohnungskatze oder verwilderte Hauskatze: Wir als Tierschutzvereine in Südtirol halten regelmäßig Kastrationsaktionen ab, bei denen verwilderte Tiere eingefangen, kastriert und bei Bedarf gegen Krankheiten behandelt werden. Wir unterstützen auch Menschen, die bereits Tierhalter:innen sind, ihr Tier kastrieren zu lassen.
Genauso unterliegen alle Katzen, die von einem Tierschutzverein vermittelt werden, einer Kastrationspflicht.
Nur gemeinsam schaffen wir es, das Problem in den Griff zu bekommen, also hilf uns auch du:
VORWEG:
Eine Frage, die du dir generell stellen solltest, bevor du ein Tier adoptierst, ist: Was passt zu mir und meinem Leben/meinem Lebensstil?
Sei ehrlich zu dir selbst, reflektiere und triff eine bewusste Entscheidung, bevor du ein Lebewesen zu dir holst. Du bist für dieses Tier Dreh- und Angelpunkt ihres restlichen Lebens, was auch mehrere Jahrzehnte dauern kann. Dein Alltag ist ihr Alltag, deine Sorgen und Probleme werden zu ihren Sorgen und Problemen.
Tiere brauchen artgerechtes Futter, das ihre ernährungsphysiologischen Anforderungen erfüllt – und das ist meist nicht das Futter, das gerade im Supermarkt im Sonderangebot ist.
Mach dir bewusst, dass auch Tiere im Laufe ihres Lebens Krankheiten oder andere Schwierigkeiten entwickeln können und besonderer Pflege und Unterstützung bedürfen. All das ist mit Zeit und Kosten verbunden, die du aufbringen musst.
Informiere dich zu artgerechter Tierhaltung, basierend auf deinen Wünschen, deiner Wohn- und Lebenssituation sowie den Bedürfnissen deines Tieres, und ob du dem dauerhaft gerecht werden kannst. Wir helfen dir gerne weiter und begleiten dich dabei.
Tiere sind kein Accessoire, kein Lückenfüller, kein Geschenk und keine Beschäftigung für Kinder oder gegen die eigene Langeweile. Tiere sind fühlende Lebewesen, die individuelle Bedürfnisse haben und die ein Recht auf ein erfülltes und artgerechtes Leben haben.
Sag lieber einmal öfter "Nein" zur Adoption eines Tieres, anstatt es zu dir zu holen und es dann manchmal auch nur kurze Zeit später – oder gar einige Jahre später – wieder abzugeben.
NUN ZU DEM, WAS DU WISSEN MUSST:
Wir als Tierschutzverein FAUNA haben am häufigsten Hunde und Katzen, die ein Für-Immer-Zuhause suchen, aber auch Kaninchen, Kühe, Schafe usw.
Hier gehen wir auf einige der wichtigsten Dinge ein, die sich speziell auf Hund und Katze beziehen. Genauere Auskunft sowie Infos und Voraussetzungen für die Adoption und artgerechte Haltung anderer Tiere geben wir gerne individuell.
Katzen:
Hund:
Zusatz zu Kleintieren:
Wenn du bereits ein Haustier oder mehrere Haustiere hast, ist es wichtig, auf deren individuelle Bedürfnisse und Charaktereigenschaften Rücksicht zu nehmen und basierend darauf eine Entscheidung zu treffen. Stell dir also vorher selbst die Frage: Wollen oder brauchen meine Tiere einen tierischen Zuwachs oder wünsche nur ich mir das?
Schließlich sind die Tiere, die bereits bei dir leben, schon länger da, und ihnen "gehört" euer Zuhause genauso wie dir. Ein Neuankömmling muss da also dazu passen und alle Beteiligten sollten in die Entscheidung einbezogen werden.
[Falls du einmal herausfinden möchtest, wie dein/e Tier/e auf Neuankömmlinge reagieren, kannst du dich gerne als Pflegestelle bei uns melden. Das ist nicht nur eine wundervolle Möglichkeit, Tieren in Not zu helfen, sondern vielleicht auch eine unvergesslich schöne Erfahrung für deine eigenen Haustiere und dich.]
Achte auf eine schrittweise Einführung des neuen Familienmitglieds.
Wichtig ist: All das braucht Zeit. Die Zusammenführung kann ein paar Tage oder Wochen dauern, es kann aber auch Monate brauchen, bis sich die neue Konstellation bei euch zuhause findet und ihr alle in Harmonie zusammenleben könnt.
Achte auf die Signale, die dir deine Tiere geben, und zwinge deine Tiere zu nichts! Wenn sie eine Interaktion nicht möchten oder aus einer Situation heraustreten möchten, lass es zu. Deine Tiere dürfen selbst entscheiden, was sie ertragen können und wollen, und was nicht.
Sollte sich der Gesundheitszustand deiner Tiere oder eines deiner Tiere verschlechtern, gehe umgehend zum Tierarzt und kläre ab, wo die Ursachen dafür liegen könnten, um dem entgegenzuwirken.
Und das Allerwichtigste: Hol dir Hilfe! Ob Hund mit Hund, Hund mit Katze, Katze mit Katze oder andere Konstellationen – all das sind individuelle Erfahrungen, deren Ausgang sich nicht mit Sicherheit vorhersagen lässt. Deshalb ist es immer ratsam, sich entweder bereits vorab oder begleitend eine:n professionelle:n und artgerechte:n Hundetrainer:in, eine:n Katzenpsycholog:in oder einen Tierschutzverein zurate zu ziehen, der/die in seinem Netzwerk nach Hilfe und Unterstützung für dich fragen kann.